Blick auf Cala Feola auf Ponza.
Europa,  Italien

Bilderbuch: La Dolce Vita auf Ponza

Viele Wege führen nach Rom und auch eine ganze Menge zu den Pontinischen Inseln.
Wo die liegen? Südlich von Rom und nördlich von Neapel. Und außerdem südlich von Sardinien und nördlich von Capri im Tyrrhenischen Meer. Es sind sechs zauberhafte, kleine Eilande und nur zwei davon bewohnt.

Der Titel unserer Reise Mitte September 2020: “La Dolce Vita auf den Pontinischen Inseln”. Das soll von nun an auch das Programm sein.

Am ersten Tag nähern wir uns unserem Ziel, der Hauptinsel Ponza, ganz gemütlich mit einem Zwischenaufenthalt am Strand von Rom – Lido di Ostia.

Der Strand ist nicht übermäßig berühmt und der 85.000 Einwohner große römische “Vorort” auch nicht übermäßig hübsch, aber zum gemütlichen Ankommen mit Aperitivo in der Fußgängerzone und Dinner mit Meerblick langt es allemal.

Die Bilder zeigen wie immer die Schokoladenseiten.

 

 

Tag 2: Reif für die Insel!

Gut 2 Stunden Autofahrt in Teilen über die berühmte Via Appia bis zum Städtchen Formia und dann noch 2.5 Stunden Fähre – danach sind wir wirklich reif für die Insel.

Nur 8.5-10 Kilometer ist sie lang und zählt rund 3.500 Einwohner, die Hauptinsel der Pontinischen Inseln mit dem klangvollen Namen “Ponza”.

Das Licht bezaubert sogleich und der Abendspaziergang offenbart eine reiche Geschichte. Ruinen römischer Villen und Zisternen aus vorchristlicher Zeit, Türme der Bourbonen und moderne Hotels und Bars in allen Farben und Klassen.

Zum Dinner gibt es natürlich frisch gefangenen Fisch. Jede hat ein Exemplar in Perfektion gegrillt ganz für sich. Am Wochenende vibriert unser Restaurant und die ganze Insel mit Kurztrippern aus Napoli und Roma.

Wir genießen die Modenschau, das Kochspektakel mit Gamberi & Caperi und natürlich einen weiteren Aperol Spritz!

 

 

Erste Erkundungen

Tag 3 beginne ich mit einer privaten Erkundung der näheren und weiteren Umgebung zum Sonnenaufgang. Ein herrliches Licht zeichnet die pastellfarbenen Häuser am Hafen ganz weich. Das Leben der Insulaner nimmt langsam seinen Gang.

Nach dem Frühstück gehen wir noch einmal gemeinsam als Gruppe los. Dieses Mal inklusive einer Besonderheit der Insel: ein Friedhof, der auch unter den ausgewanderten Ponzesi ein beliebtes Ziel ist.

 

Am frühen Nachmittag bestaunen wir auf einer ersten launigen Bootstour die Felsen der Insel vom Wasser aus. Und was dem Touristen in Asien zum Schiffslunch sein gebratener Reis mit Gemüse ist dem Italienurlauber seine Pasta mit Vino und Espresso.

Großes Finale am beliebtesten Strand der Insel – Frontone. Der Beachbar-Kellner gesteht, dass er mit uns das erste Mal in diesem Jahr englisch redet. Die Saison sei so voll gewesen wie noch nie. Aber nur Einheimische, vor allem aus dem Norden. Klingt wie die italienische Version der Ostsee.

Auch dieses Wochenende war die Insel noch gut besucht. Aber wir gehören ziemlich deutlich zu den einzigen ausländischen Gästen. Italien unverfälscht! Wie vor 30 Jahren, sagte ein Freund. Wir nehmen es dankend hin.

 

 

Zurück aufs Schiff

Die große deutsche Urlaubs-Wetter-Phobie (UWP) hat uns in Erwartung eines gruseligen Tiefdruckgebietes den zweiten Tag hintereinander auf ein Ausflugsboot getrieben. Ein hartes Schicksal, geht es doch zur Nachbarinsel Palmarola.

Felsliebhaber, Wind- & Wolkenverliebte und Paradiessucher sowieso kamen hier voll auf ihre Kosten. Ernsthaft: Die Inseln sind gigantisch. Die Bilder werden der Naturschönheit in keiner Weise gerecht.

Der redselige Captain ratterte die wechselhafte Geschichte der Eilande zwischen Römern, Piraten und Sträflingen engagiert rauf und runter. Die Pasta hat wieder gut geschmeckt und das Baden im angenehm temperierten mittelmeerigen Nass allseits große Freude hervorgerufen.

Und es hat sich ds Gerücht bestätigt: Die Pontinischen Inseln wollen unbedingt vom Schiff aus erlebt werden. Gerne mehrfach!

Und auch die Tradition des Aperitivo hat sich mittlerweile fest etabliert, bei wechselnder Kulisse heute vor einem fabulösen Sonnenuntergang über der Chiaia di Luna. Das Spekatakel wird gefolgt von der allabendlichen Kochshow des Küchenchefs mitten im Restaurant.

Alles in allem haben wir auch Tag 4 des Dolce Vita-Lehrgangs mit großen Erfolg absolviert.

 

 

Unverwüstliche Frauen

Am 5. Tag hat es uns tatsächlich erwischt. Regen! Die Erkundung der Nordspitze der Insel duldet dennoch keinen Aufschub. Und die Unverwüstlichkeit der kleinen Frauenreisegruppe wird auch sogleich belohnt.

Bestes Wetter nach einem weiteren kulinarischen Höhepunkt bei unserem Lunch-Stop: Auf Empfehlung kreiert die Mama in einem kleinen Fischerrestaurant direkt am Meer einen geschichteten Auflauf mit den Blättern der allgegenwärtigen Kaktusfeige. Benissimo!

Baden, sonnen, bummeln… Am restlichen Nachmittag macht jede, was sie will. Wir treffen uns zum Dinner wieder. “Heute gibt es Rindfleischeintopf”, höre ich abends an der Rezeption. Brrrr. Doch, nein! Da kommt schon der Chefkoch: Gerade ist der Fang von heute reingekommen. Nun will er uns lieber einen frischen Oktopus kredenzen.

3 Gänge sind es wieder mit dem weltbesten Mousse au chocolat zum Abschluss. Mir ist nicht klar, wie meine Reiseleiterkarriere diese Wendung nehmen konnte. Schlimmschlemmen statt Weitwandern. Also auf Dauer wird das nicht gutgehen.

 

 

Wechselhaftes Wetter

Das Wetter auf Ponza wechselt so schnell, dass man kaum eine Haltung dazu entwickeln kann. Tag 6 bietet immer wieder leichten Regen bei gleichzeitig strahlendem Sonnenschein.

Kleines Programm heute: Spaziergang ins benachbarte Fischerdorf Santa Maria, Besuch des verschrobenen Mini-Museums bei Frontone und dann Beachtime am größten Sandstrand der Insel.

Ich selbst gehe statt aufs Handtuch am Beach auf Erkundung am Hausberg und habe wieder einmal Glück mit dem Licht. Der Aufstieg in der Abendsonne ist zwar ordentlich heiß, aber die sanften Strahlen auf der Küste eine wunderbare Belohnung.

Die Köche in dem immer schon sensationellen Restaurant unserer Herberge übertreffen sich am Abend schon wieder selbst. Nach “dem besten Risotto, das ich je in meinem Leben gegessen habe”, “dem besten Mousse au chocolat ever” folgten heute “der beste Fisch, den ich je hatte” und eine unglaubliche Dessert-Kreation aus hauchdünner Ananas und anderen Dingen, die den Titel der Reise “La Dolce Vita auf den Pontinischen Inseln” einmal mehr bestätigen.

 

 

Wein aus salziger Meeresluft

Tag 7 (der vorletzte auf der Insel… *schnüff) bringt ein ungeheuer vielseitiges Programm: Es beginnt mit Wandern am (steilen) Hausberg mit Besuch eines uralten Weinberges.

Die Tradition des dazugehörigen Weingutes gehe auf Anfang des 18. Jahrhunderts zurück, berichtet uns die Winzerin bei einer Weinprobe am Abend. Einige Rebstöcke seien rund 100 Jahre alt. Für alle Transporte nehme die Familie immer noch Esel zu Hilfe.

Sie produzieren ein paar schmackhafte Tropfen, wie wir feststellen dürfen. Glücklicherweise ist die Cantina (der Weinkeller) im Ort und der Weg zum Dinner am Hafen nicht mehr weit.

Zwischen Wanderung und Verkostung liegen Bücher und Bummeln, Eis und Wellness für die Frauen und eine letzte Insel-Erkundung für mich – dieses Mal per Moped.

Der geschäftstüchtige Mensch am Hafen dient mir ein giftiges kleines Geschoss ohne Spiegel und funktionierende Anzeigen an – soweit bekannt aus diversen asiatischen Staaten. Auch bekannt: der Riesenspaß auf den Serpentinen-Straßen einer Insel bergauf und bergab zu düsen, das Meer immer im Blick, die Sonne im Gesicht und den Wind um die Nase. *seufz

 

 

Madonnina und Piscine Naturale

Ponza kann sich rühmen, nicht nur stets wechselhaftes Wetter zu bieten (zumindest im September 2020), sondern auch ziemlich ausgewachsene Stürme.

Vergangene Nacht ist im Hotel schon alles ordentlich durcheinander gewirbelt. Läden klappen, Luftschächte bringen zurück, was sie eigentlich herausblasen sollten, alles was nicht niet- und nagelfest ist, fliegt durch die Gegend.

Tagsüber gibt es wie immer ein paar Sonnenfenster, die jedes schlechte Wetter sofort vergessen lassen. Auf dem Programm steht als letzter Punkt der Besuch des zweiten größeren Ortes der Insel, Le Forna, mit seiner Segen gebietenden Madonnina und den hübschen “Piscine Naturale”.

 

 

Italien wie aus dem Bilderbuch, könnte die Zusammenfassung dieser Reise lauten. Oder wie es eine Mitreisende ausgedrückt hat: “Es war eine wunderschöne Woche! Tolle Ausflüge, eine engagierte Reiseleiterin, schönes Hotel, sympathische Mitreisende, leckeres Essen, gut organisierter Transfer. Was will frau mehr?”

Danke für das tolle Feedback!

Wer nächstes Mal mit dabei sein möchte, findet alle Infos hier:
Überblick zur Reise und Termine 2021 bei Women Fair Travel

 

 

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