Laos

That Luang Festival: Barfuß ins neue Mondjahr

Barfuß ins neue Jahr

Gemessenen Schrittes und selbstverständlich barfuss, wie es sich für eine religiöse Prozession in Asien gehört, geht die Familie um den Vat Simuang herum. Gut 20 Mitglieder zählt die Sippe, alle eigens angereist aus der laotischen Provinz für das große Tempelfest in der Hauptstadt Vientiane. Dreimal schreiten sie um das Hauptgebäude des Vats und am Ende biegen sie in das Hauptgebäude ein. “Bei jeder Umrundung denkt der Gläubige an eine andere Phase des buddhistischen Lebens”, erklärt das Familienoberhaupt – stolz, dass er den Besuchern aus Übersee die Traditionen seines Landes nahebringen kann.

Nach einer kurzen Zeremonie im Tempelinneren begibt sich die Familie mit anderen Pilgern auf eine Prozession durch die Stadt, die am “That Luang”, dem bedeutendsten religiösen Monument von Laos, endet. Über eine Woche dauern die Feierlichkeiten um die “Ehrwürdige Stupa” im nördlichen Zentrum der Stadt an. Religiöse Zeremonien wie das dreimalige Umschreiten eines Tempels und vielerlei Prozessionen sind dabei ein wichtiger Bestandteil für alle Familien.

Schon wieder Neujahr

Blumengestecke zur Opferung

Kern des Festes ist jedoch die Darreichung von Blumengebinden und Almosen in Form von Geldgaben und Speisen an die Mönche des Landes. Hunderte der Jungen und Männer in ihren leuchtend orange-roten Gewändern reisen eigens für den höchsten Feiertag des Landes in die Hauptstadt.

Höhepunkt ist die Zeremonie “Taak Baat” am frühen Morgen des letzten Tages: Die Gläubigen übergeben in einer scheinbar unendlich langen Schlange ihre Gaben und empfangen dafür die Gebete und Segnungen der Mönche – in der Hoffnung, dadurch Gesundheit, Wohlstand und Glück für das kommende Jahr zu erhalten.

Das Fest während des Vollmonds im zwölften lunaren Monat markiert zugleich das Ende des lunaren Kalenders und damit technisch ein neues Jahr am Folgetag. Der zwölfte Vollmond ist damit nicht nur in Laos ein wichtiger Festtag, sondern auch in den Nachbarländern, die mit ihren Traditionen demselben Kalender folgen.

Rummel mit Festival-Qualität

Mönchsfestival

Um das Lichterfest “Loy Krathong” in Thailand zum selben Termin erleben zu können, reisen wir daher am Vortag der großen Abschlusszeremonie weiter. Nicht jedoch ohne die beeindruckenden Vorbereitungen und den große Rummel rund um das laotische Nationalsymbol “That Luang” zu begutachten.

Essens- und Verkaufsstände mit Produkten aus ganz Laos flankieren den Platz vor der goldenen Stupa und erinnern stark an den Aufbau bei einem großen Rockfestival. Und bereits am Nachmittag des Abschlusstages sammeln sich die Menschen, um Opfergaben in den Tempeln abzugeben und sich am Rahmenprogramm zu erfreuen.

Abends werden zahlreiche Bands auf den Bühnen spielen und der “Miss Laos”-Schönheitswettbewerb wird auch gleich mit abgewickelt. Ein großes Feuerwerk schließt den letzten großen Feiertag ab. Doch das genießen wir dann eben im Nachbarland, dessen Art zu feiern sich nur wenig von den Gepflogenheiten hier unterscheidet: leckeres Essen, günstige Marktstände und geselliges Beisammensein mit der ganzen Sippe.

Eine weiße Schnur als Symbol für den Neuanfang

Die Familie, die wir auf ihrem dreimaligen Rundgang um den Vat Simuang begleiten, wird ihre guten Gaben an die Mönche des kleinen Klosters spenden, sagt das Oberhaupt. Auch wir spenden nach der kurzen Pilgerschaft eine Kleinigkeit und erhalten als Sinnbild für den Segen wie alle Pilger im Eingangsbereich des Vats eine weiße Schnur um das Handgelenk gebunden. Ein schönes und bleibendes Symbol für einen weiteren Neuanfang in diesem Jahr.

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